Piratenpartei Hamburg

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Januar 2013: Es war kalt in Eimsbüttel

… und nicht nur hier, sondern auch in Bahrenfeld und Altona.

Nein, wir gehören nicht zu denen, die sich wundern, wenn es im Winter kalt ist oder gar Schnee fällt. Das ist normal, allerdings mehr im Außenbereich. Hier waren über 25 000 Haushalte betroffen, und zwar vom Ausfall des kohlebetriebenen Heizkraftwerks in Wedel, betrieben vom Energieriesen Vattenfall. Die Heizungen waren meist nur lauwarm, das Wasser ebenfalls.

Was – oberflächlich betrachtet – wie eine kleine Unbequemlichkeit erscheint, kann ernste Konsequenzen haben, zum Beispiel für ältere, gebrechliche, chronisch kranke Menschen oder für kleine Kinder. Für sie ist eine kalte Wohnung mehr als nur ein Ärgernis, über das man leicht hinwegsehen kann. Etwa hunderttausend Menschen saßen im Kalten. Das ist praktisch eine ganze Großstadt.

Der machtlose Energieriese

Einen Ausfall dieser Größenordnung steckt auch ein Energieversorger wie Vattenfall nicht so einfach weg; das Defizit konnte nicht ausgeglichen werden. Offiziell dauerte die Beeinträchtigung nur ein paar Stunden von Sonntagmittag bis -nacht. Dies deckt sich nicht mit den Aussagen einiger Eimsbütteler, die sich mit der Beeinträchtigung der als normal erachteten Lebensqualität, nämlich warme Wohnungen im Winter und Warmwasser, mehrere Tage lang herumschlagen durften – vermutlich mit Vor- und Nachwehen des eigentlichen Ausfalls.

Vattenfall empfiehlt sich gern als Konzern, der universell für alles sorgt, was der Mensch an Energie so braucht. Vattenfall versorgt laut Eigenwerbung rundum und zuverlässig, sodass zumindest in dieser Hinsicht keine Wünsche offenbleiben. Nur nicht im Januar 2013, da gab es scheinbar kein Rezept für frierende Hamburger, deren Heizung kalt und denen auch die Flucht in ein heißes Bad verwehrt blieb. Der universalversorgende Energieriese mutierte zum zeitweise machtlosen Zwerg, der den Engpass nicht überbrücken konnte.

Muss das wirklich sein?

Nein, muss es nicht. Einer Metropole wie Hamburg ist so eine Situation nicht würdig, und sie ist auch nichts, was man über sich ergehen lassen muss, als wäre es ein Naturereignis, dem man nicht entgehen kann. Das Problem ist nämlich hausgemacht. Großkraftwerke, die Hunderttausende mit Energie versorgen können, sind problematisch, wenn sie diesem Auftrag nicht nachkommen können, und das können sie bei einem größeren Defekt eben nicht. Sie sind unflexibel, und Ausfälle sind kaum kompensierbar, da große Flächen und zu viele Menschen betroffen sind.

Dezentrale Energieversorgung statt Großkraftwerke

Zeitgemäßer und flexibler sind mehrere kleinere Kraftwerke, die entsprechend weniger Haushalte mit Energie versorgen. Das hat mehrere Vorteile:

  • Beim Ausfall eines Kraftwerks kann die Versorgung der betroffenen Haushalte leichter durch die anderen Kraftwerke übernommen werden.
  • Modernisierung und die Umstellung z. B. auf erneuerbare Energien sind einfacher und haben ein geringeres Investitionsvolumen, als der Umbau oder die Erneuerung eines Großkraftwerks. Das bedeutet, sie sind innovationsfreundlicher und können leichter umgebaut oder ersetzt werden, ohne dass eine milliardenschwere Investition auf einen Schlag getätigt werden muss.
  • Eine dezentrale Energieversorgung macht es einfacher, andere Betreiber zum Zuge kommen zu lassen. Man ist einem Anbieter weniger ausgeliefert, wenn dieser nicht hält, was die vollmundige Werbung verspricht. Anstatt der momentanen Maxime “Du sollst niemanden neben Vattenfall haben”, haben innovativ agierende Anbieter es leichter, ihre Konzepte zu etablieren. Die Dominanz der Energieriesen ist leichter zu brechen,  und damit auch deren Preisdiktat.

Die Piratenpartei Hamburg fordert, ebenso wie die Piratenpartei Deutschland, Netze in Nutzerhand zu belassen bzw. sie zurückzukaufen. Das gilt nicht nur für Energie- und Wassernetze, sondern im übertragenden Sinne für alles, was die Daseinsvorsorge betrifft. Dazu passt eine moderne, schlanke, dezentral organisierte Energieversorgung, wie sie das Programm der Piratenpartei Deutschland fordert, ganz hervorragend. Sie  setzt nämlich auf Vielfalt anstelle auf die Einfalt eines unflexiblen Großanbieters.

Zum Weiterlesen: 

 


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